Fanita English
Blick ins Buch
Sigrid Roehl

Fanita English

Ein Leben mit der Transaktionsanalyse
205 Seiten, Paperback
ISBN 978-3-89403-431-3
Bestellnr. 431
€ 22,50
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Lebenserinnerungen von PsychotherapeutInnen sind selten. Und auch Fanita English hatte nicht die Absicht, die Geschichte ihres Lebens aufzuschreiben. Das vorliegende Buch ist auf der Basis von Interviews entstanden, die sie Sigrid Röhl in Kalifornien gab. Das Buch "Fanita English – Ein Leben mit der Transaktionsanalyse" nimmt uns mit auf eine Reise durch das Leben dieser ungewöhnlichen Frau: einsame Jugend in Galatz und Istanbul, Aufleben in Wien; Ausbildung zur Sekretärin in London und Arbeit für Warner Brothers in Bukarest; Studium der Kinderpsychologie an der Sorbonne und Lehranalyse; Flucht nach Nizza und Emigration in die USA. Geburt zweier Kinder. Schwierige Jahre in Ehe und Beruf. Arbeit als Kindertherapeutin; parallel dazu eigene Fortbildung bei Eric Berne und Fritz Perls. Mehrere Veröffentlichungen, in denen sie ihre Weiterentwicklung der TA niederlegt.
In diesem Buch spricht Fanita English offen über ihre Beziehungen und ihre emotionale Entwicklung. Aber der Leser nimmt nicht nur Teil an ihrem privaten Schicksal; auf der Basis ihrer persönlichen Erlebnisse erklärt English die in ihren Augen wesentlichen Aspekte der Transaktionsanalyse. Dem erfahrenen TA-Therapeuten zeigt diese Biographie, was weiter wirkt: Optimismus, positive Gefühle und ein lebenslanges Training der persönlichen Stärken.

Rezension

Sigrid Röhl hat Fanita English über ihr Leben befragt und daraus eine spannende Biografie gemacht. Das Buch ist zugleich eine Einführung in Grundvorstellungen und Entstehungsgeschichte der humanistischen Psychologie. Fanita English - was für eine Persönlichkeit! Und was für ein Leben: Geboren in Rumänien, aufgewachsen in Istanbul. Die Eltern sprachen Französisch miteinander, die Gouvernante war Österreicherin, das Dienstmädchen Griechin, die Klassenkameradinnen im englischen Gymnasium international. In Paris studierte sie an der Sorbonne bei Piaget. Am Psychologischen Institut der Marie Bonaparte hörte sie Psychoanalyse bei jüdischen Analytikern, die aus Deutschland emigriert waren, wie Heinz Hartmann. Den Dichter lonesco holte sie hinter einem Ofen hervor, hinter den er sich während eines offiziellen Empfangs verkrochen hatte. Bei der Betreuung französischer Familien auf der Flucht lernte sie den Kriminalautor Simenon kennen. Leidenschaftlich engagierte sie sich für den spanischen Widerstandskampf (wie noch heute für Amnesty International). Gerade noch rechtzeitig entkam sie den deutschen Truppen und floh - auf dem letzten Schiff, das Lissabon mit Flüchtlingen verließ - mit ihrer Mutter in die USA. Dort wurde sie Mitarbeiterin von Eric Berne, dem Begründer der Transaktionsanalyse. In Chicago war sie Kollegin von Virginia Satir und Bruno Bettelheim. Fritz Perls, Erfinder der Gestalt-Therapie, warf einen Stuhl nach ihr. In Philadelphia gründete sie ihr eigenes Institut und begann, ihre eigenen prägnanten Theorien zu entwickeln.

Diesen Theorien begegnen wir im Buch in Form von Einschüben. Fanitas Leben dient als Stoff für kurze, prägnante Erklärungen theoretischer Konzepten wie Überlebensschlussfolgerung und Ersatzgefühl, Skript und Kontrakt, Scham und Phobie, dem Drama-Dreieck, den zwei Persönlichkeitstypen Untersicher und Übersicher, den drei Motivatoren Überlebens-, Ausdrucks- und Ruhetrieb. Die Ehe der Eltern, die eigenen Beziehungen und Erfahrungen werden auf diese Weise lebendiges Material psychologischer Reflexion.

Verfasserin des Buches ist Sigrid Röhl, auch wenn im Text Fanita English im Ich-Stil erzählt. Drei Jahre Dialog zwischen beiden Frauen sorgen allerdings dafür, dass tatsächlich Fanitas Leben erzählt wird.

Inzwischen bereist Fanita English, fast neunzigjährig, immer noch monatelang die Welt, hält in voller geistiger Frische Seminare und entwickelt neue Theorien.
Martin Koschorke
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