Howard Halpern versteht es wie nur wenige Psychotherapeuten, die anregende und verständnisvolle Atmosphäre der Therapiestunde auch dem Leser seiner Bücher zu vermitteln. Humor, Optimismus und die profunde Kenntnis unserer Irrungen und Wirrungen in engen persönlichen Beziehungen - all das hilft jedem, der nach neuen Wegen sucht. Aus dem Vorwort: «Das Verharren in einer schlechten Beziehung kann zu einer sich hinschleppenden persönlichen Tragödie werden. Wenn Menschen keine erfüllende Beziehung finden, ist der Grund dafür häufig ihre Unfähigkeit, eine unwiderruflich unbefriedigende Beziehung aufzugeben und weiterzugehen. Dieses Buch wird all jenen als Anregung geboten, die in einer schlechten Beziehung festsitzen und wünschen, es wäre anders. Ich werde versuchen, das Rätsel zu lösen, warum Menschen in solchen Beziehungen bleiben, und ich werde versuchen, ihnen einen Weg daraus zu zeigen.Wenn ich auch hauptsächlich für jene schreibe, die sich in einer schlechten Beziehung befinden, zum Beispiel mit einem Geliebten oder einem Ehepartner, so können doch die Prinzipien, die ich entwickle, ebensogut auf Freunde, Verwandte, Angestellte und berufliche Tätigkeiten angewendet werden.» (Dr. Howard M. Halpern) Rezension«In der Beratung von Paaren, die sich in heftigen destruktiven Auseinandersetzungen bzw. in Krisen befinden, ist neben den objektiven Worten, die fallen, und Handlungen, die getätigt werden, das Dechiffrieren des <Films>, der zwischen beiden unbewusst läuft, häufig der Schlüssel zum Erfolg. Erfolg in dem Sinne, als dass Paare aus einer Übertragungssituation, in der sie miteinander agieren, herausgeführt werden und ihnen Perspektiven für ein befriedigendes Miteinander aufgezeigt werden, das sie dann erleben und einüben können.
Der Autor sieht den Hunger nach Zuneigung als Grundlage für Abhängigkeit, begründet in den frühen Erfahrungen mit den allerersten Bezugspersonen. In der Folge werden dann im Verlauf des Lebens andere Menschen als Spiegel benötigt, der definiert und sagt, wer man ist. Und das trifft insbesondere auf nahe Beziehungen zu. Diese Abhängigkeit von einer anderen Person kann so weit gehen, dass diese schließlich dazu beiträgt, die eigene Identität abgrenzen oder gar erschaffen zu können. Somit kommt der Verlust - oder ein möglicher Verlust - der anderen Person einem Verlust des eigenen Ichs gleich.
Nach diesem plausiblen Erklärungsansatz für Abhängigkeit wird aufgezeigt, wie diese in einer nahen Beziehung entstehen und sich zu einem destruktiven Muster etablieren kann. Zum Schluss zeigt der Autor Wege auf, sich aus der Abhängigkeit zu lösen, etwa mithilfe von ganz konkreten Aphorismen wie z.B.: <Liebe reicht nicht aus, um eine gute Liebesbeziehung zu schaffen> oder: <Die Intensität der Entzugssymptome zeigt nicht die Stärke deiner Liebe, sondern die Stärke deiner Abhängigkeit.> Die Lektüre hilft, aus destruktiven Beziehungsmustern auszusteigen und damit erst die Grundlage für neues Miteinander zu schaffen.»
Dr. Rudolf Sanders, Beratung Aktuell, Dezember 2007 Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Gefangene der Liebe?
I Hunger nach Zuneigung
die Grundlage der Abhängigkeit
2 Die Liebesfalle
3 Wiederkehr einer Erinnerung
4 Ich kann nicht ohne dich leben
5 Du bist mein Spiegel
6 Du bist meine Kuscheldecke
7 Höhen und Tiefen
II Wie die Abhängigkeit zustande kommt
8 Das Objekt meiner Zuneigung
9 Selbsttäuschung und Abhängigkeit
10 Die Kunst, gefesselt zu bleiben
11 Zuneigungshunger: gut oder schlecht?
12 Sollte ich einen Bruch wagen?
III Die Lösung aus der Abhängigkeit
13 Ausbruch aus einer Ehe in Hörigkeit
14 Der Bruch mit einem verheirateten Menschen
15 Schreiben als Technik, die Abhängigkeit zu durchbrechen
16 Ein Netzwerk von Freunden
17 Weitere nützliche Techniken
18 Mit Hilfe der Psychotherapie Abhängigkeit aufgeben
19 Aphorismen, die helfen können
20 Gibt es ein Leben nach der Abhängigkeit?
Literatur
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