Es ist ein erfreulicher Aspekt dieses Buches, dass es keinen Zorn oder Hass auf die Eltern predigt, sondern in humorvoller Weise eine aufgeschlossene Atmosphäre beim Leser schafft, die das Fallmaterial als Verständigungshilfe für eine Normalisierung der Beziehung zu den real existierenden Eltern und zu den verinnerlichten Eltern-Aspekten anbietet. Bei den vielen Beispielen wird sich jeder Leser wiederfinden. Halpern hat die Entscheidungen, die Eltern und Kinder auf dem Weg zu innerer Reife treffen müssen, klar und prägnant beschrieben. Glücklicherweise ist das Buch frei von Fachjargon, von wissenschaftlichem Imponiergehabe und von gönnerhafter Über-Vereinfachung. Es ist ein wertvoller Beitrag zur Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen. RezensionWarum tanzen wir immer wieder die gleichen ritualisierten Tänze? Was hält uns fest in der unbefriedigenden Form des gemütlichen familiären Elends? Halpern meint, wir hoffen noch immer, etwas von den Eltern zu bekommen, was wir als Kinder nicht oder nicht genügend bekommen haben: Liebe, Zuwendung, Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit, Achtung... Halperns Buch ist eine Anleitung, unsere Beziehungen zu überdenken und ggf. zu verändern. ®Psychologie heute¯ Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kapitel 1: Darf ich bitten?
Um welche Tänze geht es hier? Wie sind wir in sie hineingeraten? In welcher Hinsicht schaden sie uns? Können wir sie beenden und die Beziehung zu unseren Eltern trotzdem aufrechterhalten?
Kapitel 2: Gesegnet sei das Band, das bindet
Elterliche Doppelaussagen. In welcher Weise binden sie uns an die Eltern? Wie können wir uns aus dieser Bindung lösen?
Kapitel 3: Wen du liebst, dem tust du immer weh
Die Märtyrer-Mutter. Wie sie von der Schuldprovokation Gebrauch macht, um Macht über uns ausüben zu können, und unsere Angreifbarkeit ihren Taktiken gegenüber.
Kapitel 4: Der kleine Mann, der nicht da ist
Der nie zur Verfügung stehende Vater. Der Vater, der so schwach oder zurückgezogen ist, dass er für uns keine Alternative zur Mutter darstellt; aber wir sind unter Umständen dennoch auf das engste an seine schwache Stellung gebunden.
Kapitel 5: Der Allmächtige
Der despotische Vater. Er beherrscht uns, indem er uns Angst einflößt und uns lächerlich macht, aber wir können uns frei machen, wenn wir den unsicheren kleinen Jungen erkennen, der es nötig hat, solche Macht auszuüben.
Kapitel 6: The Saints go marching in
Moralisierende Eltern. Sie sind im Besitz der allein selig machenden Wahrheit darüber, wie du und jeder andere sich zu benehmen hat, und Liebesentzug und Missachtung sind die Folgen, wenn du dich nicht an ihre Gebote hältst.
Kapitel 7: Wie soll ich ihn denn lieben?
Lieblose Eltern. Eltern, die aus einer Reihe von Gründen meist aus Narzissmus uns nicht sehr zu lieben vermochten, und das Defizit und die schwachen Stellen, die sie dadurch bei uns verursacht haben, liefern uns allen Arten von Tanzliedern aus.
Kapitel 8: Mit mir nur sollst du wandern über die grüne Heid
Verführerische Eltern. Mütter und Väter, die unsere ödipalen Gefühle verschärfen, anstatt sie zu entschärfen, legen den Keim zu Konflikten in unserer Beziehung zu ihnen und beeinträchtigen unsere Beziehung zu anderen Menschen.
Kapitel 9: Sperr mich nicht ein
Das Tanzlied der Familie. Die alten vorgeschriebenen Wechselbeziehungen unter den Familienmitgliedern ziehen uns immer mit unwiderstehlicher Kraft in abgenutzte und gewohnte Rollen, wenn wir in das Kräftefeld der Familie eintreten.
Kapitel 10: Zwei verschiedene Welten
Geschiedene (oder getrennt lebende) Eltern. Ein Bruch in der Ehe der Eltern bringt das Kind in ihnen gewaltsam an die Oberfläche, so dass wir dazu herausgefordert werden, all die alten Tanzlieder aufzuführen und zusätzlich noch einige neue, die ihren Ursprung in der neuen Situation haben.
Kapitel 11: Ja, wenn man älter wird, ein wenig kälter wird
Alternde Eltern. Die zunehmende Hilflosigkeit bei fortschreitendem Alter ist ein weiterer Faktor, der das Kind in unseren Eltern in den Vordergrund rückt, und wir müssen hier lernen, die alten Tanzlieder von der tatsächlichen und der angebrachten Abhängigkeit von uns zu unterscheiden.
Kapitel 12: Das Lied ist aus (Aber die Melodie klingt noch nach)
Verstorbene Eltern. Es kann schwieriger sein, ein Tanzlied mit toten als mit noch lebenden Eltem zu beenden, denn unsere Erinnerungen an sie sind in der Vergangenheit erstarrt und mit ihnen unsere emotionalen Reaktionen.
Kapitel 13: Es sei
Das Aufgeben weiterer Versuche. Wir haben zwar unsererseits die alten Tanzlieder beendet, aber die Eltern haben eine unnachgiebige und feindselige Haltung angenommen, die uns zu der traurigen, aber befreienden Entscheidung zwingt, die Beziehung abzubrechen.
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