Wie Liebe gelingen kann

Details
Halpern, Howard M.
Wie Liebe gelingen kann
Verstrickungen erkennen und eigene Schranken überwinden
272 Seiten
Früher unter dem Titel Anatomie der Liebe
ISBN 978-3-89403-432-0
Bestellnr. 432
€ 19,90
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Warum interessieren sich die Leute, die ich attraktiv finde, nicht für mich? Und warum finde ich Menschen, die für mich gut wären, einfach nicht attraktiv? Jeder, der auf der Suche nach einer Beziehung ist, hat sich wohl schon einmal diese Fragen gestellt.
In seinem Buch «Liebe und Abhängigkeit» ging Howard M. Halpern der Frage nach, wie man die Kraft findet, sich aus einer schlechten Beziehung zu lösen. In «Anatomie der Liebe» geht er nun einen Schritt weiter. In vielen Fallgeschichten von Frauen und Männern aller Altersgruppen erfahren wir:
Wie wir vorübergehend mit Enttäuschung und Einsamkeit zurechtkommen können.
Wie wir die unbewussten Motive erkennen können, weshalb wir bisher gute Beziehungen vermieden haben und wie wir diese Gewohnheit aufgeben können.
Wie wir die Fähigkeit entwickeln können, einen Menschen attraktiv zu finden, der gut zu uns passen würde, und wie wir ihn/sie auf uns aufmerksam machen können.
Wie wir es schließlich schaffen können, eine gute Beziehung zu leben.
Das fesselnde Buch spiegelt die tiefe Einsicht und den Realismus des erfahrenen Psychoanalytikers. Aber Halpern klärt nicht nur über die Fallstricke von Beziehungen auf, er zeigt auch, dass es für jede(n) lohnt, der Liebe immer wieder eine Chance zu geben.

Rezension

Ein neues Buch von Howard M. Halpern und so schön wie seine früheren, ja, vielleicht noch feingeschliffener und menschlicher.
Ein Buch über die Liebe, ein Buch, das dieser Himmelsmacht die Referenz erweist, aber auch zeigt, wie sehr nicht weggeräumte Stolpersteine aus der kindlichen Entwicklung beeinträchtigend auf das Beziehungsleben des Erwachsenen wirken können. Die Liebe kann zerstörerisch und befreiend, sie kann demütigend einengend und inspirierend sein.
Halperns Anliegen: die hemmenden inneren Verunreinigungen erkennen lernen, sie nicht verwechseln mit wirklicher Liebe und sich davon befreien. Er zeigt - sehr genau, sehr nachvollziehbar, sehr hoffnungsvoll, wie jeder Liebende die Anatomie seiner Beziehung durchschauen und krankmachende Entwicklungen in seinem Liebes- und Beziehungsleben verändern kann. Daher ist dieses Buch nicht nur berührend, sondern auch nützlich und tief menschlich.
Da ist einer, der mir zu Hilfe eilt, der mich nicht bloßstellt oder belehrt, sondern freundschaftlich auf mich eingeht und mir aus seinem immensen Erfahrungsschatz anwendbare Hinweise für Veränderungen anbietet. Einer, der mir zeigt, wie ich meine bisherigen Erfahrung beurteilen kann, wo Schwachstellen liegen könnten und - was ich ganz konkret verändern kann, um neue Erfahrungen zu machen, die mich zu einer belebenden, warmen, förderlichen Beziehung bringen - für mich selbst, wie für meinen Partner/meine Partnerin.
Das Buch ermöglicht auf anspruchsvollem Niveau eine wirksame Form der Selbsttherapie. Da ist ein gereifter Therapeut, der sein ganzes Wissen weitergibt, unverborgen, schlicht, eins zu eins. Er zeigt mir, wie er mit mir arbeiten würde und ermöglicht mir damit, mein eigener Therapeut, Berater, Führer und verstehender Freund zu werden.

Anatomie der Liebe? Im Zentrum stehen drei Themen:
- Abhängigkeitssucht - warum bleiben Menschen in toxischen Beziehungen?
- Bindungsangst - Taktiken, eine wohltuende Beziehung zu vermeiden und die Hintergründe solchen Verhaltens.
- Was macht eine erfüllende Liebesbeziehung aus und wie gelangen Menschen dahin? Ist eine gute Beziehung einfach Glückssache oder kann ich als Liebesuchender etwas dazu tun und worauf muss ich dann achten, bei mir selbst und bei meinem Partner/meiner Partnerin?

Halpern spricht nicht nur über die Dinge, sondern bietet Hilfen, Unterstützung an, umsetzbare Instrumente: das Beziehungstagebuch, Fragelisten zur Selbsterforschung wie zur Partnerbefragung - feine, intelligente und liebevolle Fragen, die den Interessierten weiterbringen an Stellen, die er höchstwahrscheinlich schon lange kennt, an denen er aber nicht weitergekommen ist auf seiner Reise ins helle, warme Land einer lebendigen Beziehung. Er zeigt, wie man persönlichen Irr- und Aberglaubenssätzen auf die Spur kommt, auch unbewussten Erwartungen und Ängsten, die das Beziehungsleben blockieren können. Und er macht transparent, wie die Beziehungen des Erwachsenen oft verzerrt sind durch die Liebeserfahrungen des Kindes mit seinen Eltern und wie es gelingt, solche alten eingespielten Gefühlsbahnungen zu entdecken, zu verstehen und dann allmählich zu verändern.
An Beispielen macht er deutlich, wie Menschen Beziehungen oft systematisch verhindern, um nicht alte Traumata wiederzubeleben oder wie sie als Erwachsene verzweifelt versuchen, alte Verletzungen gutzumachen - oft mit untauglichen Mitteln. Die Beispiele sind kurz und exakt fokussiert. Man wird nie durch Fallgeschichten abgelenkt, sondern auf wichtige Themen hingeführt. Der kluge Bericht über andere erleichtert die Einsicht in die eigene innere Seelenlandschaft.

Themen im 1. Teil: Wie komme ich aus meiner Abhängigkeitssucht heraus? Wie mache ich mich bereit für eine neue Art der Beziehung, die nicht selbstzerstörerisch ist? Mit welchen Gefühlen muss ich rechnen, wenn ich mich aus dem Bann der Abhängigkeit löse?

Themen im 2. Teil: Warum ziehen mich aussichtsreiche Partner nicht an, warum brauche ich den Kick einer negativen, schwierigen Beziehung? Was verberge ich unbewusst vor mir - meine Angst vor Zurückweisung, vor Nähe, meine Furcht, fallen gelassen zu werden, mit meiner uferlosen Bedürftigkeit konfrontiert zu sein, mehr zu erreichen, als mein gleichgeschlechtlicher Elternteil erreichen konnte und damit Schuldgefühle zu haben, mehr vom Glück zu bekommen als der unglückliche Elternteil, Angst, als sexueller Partner zu wenig attraktiv zu sein usw. Welche Merkmale an einem Partner sind für mich wahlentscheidend und wie wird möglicherweise meine Beziehungssuche dadurch fehlgeleitet?

Besonders kreativ ist Teil 3: Wie finde ich eine Partnerschaft, die für mich und meine Partnerin gut ist und uns über uns selbst hinausführt? Halpern weiß aus der Erfahrung mit sehr vielen Menschen, dass wir bewusst und gezielt auf eine solche Beziehung zugehen können. Voraussetzung ist: dass wir negative Erfahrungen nutzen, um gute Beziehungen zu bauen, dass wir die eigenen Fallstricke kennen und dass wir eine Vorstellung davon haben, wie eine lohnende Beziehung aussieht. Er beschreibt, wie die Fähigkeit zu lieben, sich äußert - dass Leidenschaft nur eine Zutat ist, dass andere hinzukommen müssen, um eine Beziehung tragfähig zu machen - Fürsorge, Sinn für Gemeinsamkeit, Verfügbarkeit, bewusstes Engagement, ja, auch ein Stück Bewunderung, denn ein wesentlicher Teil der Liebe ist es, im Leben des Geliebten der wichtigste Mensch zu sein.
Ferner beschreibt er, wie wichtig es ist, Liebe auszudrücken - in Worten und im Handeln und den Ausdruck der Liebe vom anderen anzunehmen, in einen wirklichen Austausch zu kommen, zu einem gemeinsamen Lebenslied, in dem jeder seine Stimme singt, aber stets auch auf den anderen und die gemeinsame Melodie achtet. Und weiter, wie wichtig es ist, den anderen zu sehen in seiner Eigenart und sich über diese zu freuen als Ausdruck der Lebendigkeit und Bereicherung. Weise nicht auf Änderbarkeit zu hoffen!

Eine gute Beziehung gibt Energie und Freude, sie ist eine Quelle des Außergewöhnlichen, der seelischen Kreativität und der inneren Heilung. Aber - sie ist auch Arbeit und Risiko. Arbeit, weil jede Beziehung der Pflege, der Aufmerksamkeit und des Engagements bedarf. Risiko, weil Beziehung Offenheit bedingt, Zutritt zum persönlichen Inneren und damit Ängste auslösen kann - vor Zurückweisung, Angst, nicht attraktiv, nicht begehrenswert genug zu sein Angst, gedemütigt zu werden oder sich zu früh zu binden, den idealen Partner zu verpassen.
Ohne Offenheit keine tiefere Beziehung und zugleich ist Offenheit in gewissem Sinn Schutzlosigkeit, Ungeschütztheit. Der bewusste Erwachsene wagt diese Offenheit, weil er weiß, dass mögliche negative Erfahrungen ihn nicht vernichten werden (wie damals vielleicht das Kind), und er weiß auch, dass er in dieser Offenheit kostbare neue Erfahrungen, auch mit sich selbst machen kann.

Die Liebe ist immer in gewissem Sinn ein Wagnis - das Entdecken und Besiedeln eines neuen Kontinents. In der Liebe gibt es auch viel Paradoxes: ich möchte mich intensiv der Beziehung hingeben und gleichzeitig offen bleiben für Beziehungen mit anderen Menschen; ich möchte unabhängig und autonom sein und gleichzeitig meine Hingabefähigkeit vertiefen; ich möchte bedingungslos lieben und erwarte gleichzeitig, dass mein Partner auf meine Bedürfnisse und meine Eigenart eingeht.

Liebe ist die Kunst, mit solchen Paradoxien umzugehen. Liebe ist die Kunst, dem Partner und mir selbst wahrhaftiger zu begegnen, alte behindernde Muster zu entdecken und zu entkräften. Sie ist ein beziehungslanger Prozess der Bewusstwerdung, der Selbst- und der Beziehungsgestaltung, das Anlegen eines Gartens, in dem beide Gärtner und wohlhabende Besitzer sind. Das Buch untersucht Beziehungsschwierigkeiten, aber immer zeigt es auch Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten auf. Das Leben scheint keine Konstellationen zu entwerfen, aus denen es nicht produktive Auswege ins Freie gibt. In anziehender Weise wechseln sich Beispiele und Reflexion miteinander ab, was dem Rhythmus unserer Aufnahmefähigkeit entspricht, und immer wieder kommen handwerkliche Hinweise, mit denen wir als Leser unsere ganz eigene Situation abklopfen, erforschen und verstehen lernen können.

Die tief menschliche Grundhaltung des Verfassers gibt ungeheuren Mut zu dieser Arbeit mit und an sich selbst, die eine wunderbare Vorarbeit ist für die Beziehungsarbeit des Paars. Ein Buch, das sich leicht liest bei vorhandener Tiefe und Differenziertheit, ein ehrliches und menschliches Buch, ein Buch, das man lieb gewinnt und nach dem Lesen wohl nicht zurück ins Regal stellt, sondern als Begleiter mitnimmt auf die weitere persönliche Reise.
Cathrin Schmid, Zürich

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
1. Der Weg
Schritte auf dem Weg zum Ziel
2. Die Liebe - eine Himmelsmacht
Vom Zauber der Verliebtheit
Der Unterschied zwischen Liebe und Verliebtheit
Ich liebe dich, und du liebst mich
Teste deine Beziehung
Wie steht es um deine Beziehung?
Verzicht muss nicht die Lösung sein
3. Abhängigkeit als Hindernis für eine Liebesbeziehung
Emotionale Abhängigkeit
Die Sprache der Sucht
Die Symptome der Sucht
Eine unlösbare Aufgabe
Männer und Frauen aller Altersgruppen
Der Weg nach vorn
4. Der Liebessucht ein Ende setzen
Reicht es, nein zu sagen?
Techniken zur Überwindung der Abhängigkeit
Entscheidungshilfen
Wie steht es mit deinen zerstörerischen Illusionen?
Schuldgefühle abbauen
Der entscheidende Augenblick
Die Auseinandersetzung mit dem inneren Kind
Dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen
Mehrfache Bindungen
Gruppen gegen die Abhängigkeit
Psychotherapie
Arzneimittel
Das Hauptziel
5. Eine Zeit der Festigung und Bereicherung
Eine Zeit der Trauer
Wir haben in uns selbst Bestand
Mach dir das Alleinsein leichter
Wie du deine Einsamkeit verwandeln kannst
Anfällen von Einsamkeit zuvorkommen
Eine Kartoffel ist kein Grund zum Schämen
6. Plane deine Reise
Vor Antritt der Reise
Wertschätzung deiner eigenen Reise
7. Wie man eine gute Liebesbeziehung vermeidet
Er/sie ist einfach zu nett
Aus der Mücke einen Elefanten machen
Ich langweile mich zu Tode
Die Guten eliminieren
Eine enge Checkliste
8. Zehn geheime Gründe, eine gute Liebesbeziehung zu vermeiden
Die Angst vor Intimität
Die Angst vor Selbstverlust
Die Angst, verlassen zu werden
Die Angst vor Zurückweisung
Die Angst zu gewinnen
Das Schuldgefühl, jemanden zurückzulassen
Die Angst, erwachsen zu werden
Der Hang zum Selbstmitleid
Sexuelle Ängste
Der Verzicht auf den Kick einer schlechten Beziehung
Die verschiedenen Schichten der Motivation
9.Sich dem passenden Liebespartner zuwenden
Ein Ekel sein ist keine Stärke
Mürrisch ist nicht attraktiv
Pfeffer an die Suppe geben
Ein Gegenmittel gegen seine Allergie
Ein Eisblock ist kein Felsen
Offenheit ist nicht Bedürftigkeit
Schwer, es ihm/ihr recht zu machen, doch nicht unmöglich
Narzissmus ist kein Selbstvertrauen
Die Kunst des Möglichen
10.Sich bereit machen für eine echte Liebesbeziehung
1. Die Fähigkeit zu lieben
2. Die Fähigkeit, deinen Partner zu sehen, wie er wirklich ist
3. Die Fähigkeit, deinen Partner zu akzeptieren, wie er wirklich ist
4. Die Fähigkeit, deine Liebe in Worten und Taten auszudrücken
5. Die Fähigkeit, Liebe anzunehmen
6. Die Fähigkeit, Ausgewogenheit und Gegenseitigkeit herzustellen
7. Der Mut, um der Liebe willen Risiken einzugehen
Das Risiko, zurückgewiesen zu werden
Das Risiko der Demütigung
Das Risiko, einen Fehler zu machen
Das Risiko, offen und ehrlich zu sein
8. Wir müssen ständig uns selbst und unsere Welt erweitern
11.Die Erweiterung deines Ich und deiner Welt
Der Weg der psychologischen Einsicht
Der spirituelle Weg: sich mit dem Zeitlosen verbinden
Der Weg der Selbstliebe
Der Weg der aktiven Verpflichtung
12. Paradoxe der Liebe
1. Meinen Partner lieben/mich selbst lieben
2. Unabhängigkeit/Verbundenheit
3. Bedingungslose Liebe/Wünsche an den Partner
4. Sehnsucht nach Liebe/Engagement in der Welt
5. In mir selbst ruhen/Glück aus der Beziehung schöpfen
6. Für mich selbst sorgen/die Fürsorge des Partners suchen
7. Mich selbst heilen/Heilung in der Beziehung finden
8. Selbsterkenntnis/soziale Verantwortung
9. Im Augenblick leben/für die Zukunft planen
10. Allgemeine Liebesfähigkeit/exklusive Hingabe an den Partner/die Partnerin
11. An der Beziehung arbeiten/Liebe spontan genießen
12. Erregung und Leidenschaft/Freundschaft und Verbundenheit
13. Fragen und Antworten
Aphorismen und Affirmationen zum Thema Liebe
Bibliographie

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