Lebenscoaching

Details
English, Fanita/Karnath, Joachim
Lebenscoaching
zum Umgang mit Menschen, die sich ungeliebt, abgelehnt und ohnmächtig fühlen
224 Seiten
1. Auflage 2009
ISBN 978-3-89403-357-6
Bestellnr. 357
€ 21,50
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Das Streben nach Glück ist ein Leitmotiv in unserem Leben. Besonders unglücklich sind wir dann, wenn wir uns abgelehnt, hintergangen, im Stich gelassen oder ungeliebt fühlen. Oft versuchen wir unsere Verletzlichkeit zu schützen, indem wir solche tiefschwarzen Gefühle verdrängen bzw. ignorieren. Oder wir holen zum Gegenschlag aus und bestrafen die scheinbaren
Urheber unserer Krise mit Eifersucht oder Rache. Hier wäre ein weiser Coach am Platz, der uns hilft, die schwierigen Gefühle der Ohnmacht anzunehmen und zu integrieren.
Diese Aufgabe wollen Fanita English und Joachim Karnath mit ihrem Buch übernehmen. Es geht ihnen u.a. darum, die Dynamik solcher Krisen verständlich zu ­machen.
Verstehen fördern ist eines der Prin­­zipien der Transaktionsanalyse (TA).
Ihr Begründer, Eric Berne, hatte das Ziel, mit seinen Klienten ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen. Die TA entwickelte dazu Modelle, die einfach sind, ohne simpel zu sein, und die bis heute an Bedeutung und beschreibender Kraft nichts verloren haben.
Die Autoren benutzen in ihrem Buch berühmte «Fälle» von William Shakespeare. Mit dem Instrumentarium der TA ­machen sie das innere Drama von Hamlet und Othello verständlich. ­Außerdem beleuchten sie an ­beiden ­Figuren die ­Dramatik alltäglicher ­Situationen, in die jeder von uns ­­ge­-raten kann.
Anhand vieler weiterer Fallbeispiele wird die zerstörerische Wirkung ­blinder Emotionen beleuchtet. Die ­Philosophie der TA lädt uns folgerichtig dazu ein, uns selbst zu schätzen und das Leben zu akzeptieren, wie es ist. Dies gibt uns die Kraft, auch ­Zurückweisungen zu überstehen.
(Einzelne Kapitel des Textes wurden ­bereits in dem inzwischen vergriffenen Buch «Wenn Verzweiflung zu Gewalt wird», Paderborn 1992, veröffentlicht.)

Rezension

Das Buch lässt uns drohende Entgleisungen erkennen, deren innere Dynamik wie auch die äußeren Anzeichen. Es kann den Betroffenen selbst und der unmittelbaren Umgebung Mut machen, rechtzeitig einzugreifen und den Kurs zu korrigieren. Fanita English ist eine mutige und kreative Dame der Trans­aktions­analyse. Ihre eigenen Konzepte  so­wie die allgemeineren Konzepte der TA werden dem Leser leicht verständlich nahegebracht. Parallelen zu Shakespeare, insbesondere zu den Figuren Othello und Hamlet, illustrieren, dass es um zentrale menschliche Entwicklungen geht. Lebendige Beispiele aus Fanitas Erfahrungsschatz und die von Joachim Karnath eingebrachten Bezüge zur Welt der Manager und des Coachings zeigen die Bedeutung für unsere Gegenwart.
Von diesem ungewöhnlichen Werk profitieren Fachleute und Betroffene gleichermaßen. Es informiert kurzweilig und berührt auf kunst­volle Weise.
Dr. phil. Bernd Schmid, Leiter des Instituts für Systemische Beratung in Wiesloch


1992 hatte die TA-Therapeutin F. English in "Wenn Verzweiflung zu Gewalt wird..." die Doppelbödigkeit unserer Identität zwischen Glücksstreben und Empfindungen von Enttäuschung, Sinnlosigkeit und Verzweiflung sowie die daraus resultierenden Krisen, welche "normale" Menschen im Extremfall zu Gewalt gegen sich selbst und andere treiben können, in ihrer Dynamik beschrieben. Hier eine sowohl inhaltlich erweiterte als auch mit vielen Fällen verdeutlichte Neuausgabe. Ihrer Überzeugung entsprechend, dass die menschlichen Handlungsmuster zwischen Euphorie und existenzieller Verunsicherung in der Kindheit angelegt seien, arbeitet English die "Bausteine unserer Persönlichkeit" umfassend auf und unterscheidet – den Tragödiengestalten Hamlet und Othello als Prototypen folgend – zwischen dem "untersicheren" Hamlet Typus und dem "übersicheren" Othello Typus und illustriert deren Gefühlswelt anhand aktueller Fälle (z.B. der Erfurt Attentäter Robert S. als Hamlet , J.W. Mölleinann als Othello Typus). Am Schluss Empfehlungen zum Aufarbeiten der destruktiven Handlungsmuster.
Uwe Friedrich Obsen (ekz  Informationsdienst)

Inhaltsverzeichnis

Vorwort der Autoren
Euphorie und existenzielle Verunsicherung
Robert S., Jürgen Möllemann und viele andere
Robert S. und das Attentat im Gutenberg-Gymnasium in Erfurt
Jürgen Möllemann und sein Sprung in den Tod
Weshalb es lohnt, sich mit diesen Fällen zu beschäftigen
Freud und Verbrennungen
Zu den Zielen dieses Buchs
Nichts ist praktischer als eine gute Theorie
Nichts ist praktischer als Beispiele – Shakespeare liefert die Prototypen
Moderne Hamlets und Othellos
Die Bausteine unserer Persönlichkeit
Der Anfang
Die euphorische Ursprungseinstellung
Vom euphorischen Okay zum Nicht-Okay der elementaren Verunsicherung
Vielleicht kann Liebe helfen?
Das Baby wird größer – Möglichkeiten und Grenzen werden deutlicher
Lebenseinstellung Stufe 2 – die weitere Entwicklung
Die Wahl der Präferenz
Rosi will nur schauen – Position 1: Ich nicht – Du ja
Michael sucht nur Hilfe – Position 2: Ich ja – Du nicht
Kindheitsentschlüsse, Überlebensschlussfolgerungen und Handlungsstrategien
Das Baby wird zum Kind
Überlebensschlussfolgerungen und Strategien
Ulrike hält sich lieber zurück
Die Funktion der Scham
Empfindungen, Gefühle und Ersatzgefühle
Der bedeutsame Unterschied zwischen Empfindungen und Gefühlen
Empfindungen sind der Ursprung
Gefühle – ein Fortschritt gegenüber Empfindungen
Die Sprache
Kleiner Sven von Aruba
Kohle kann interessant sein
Ein Gefühl hat einen Namen
Die schwierige Sache mit den komplexen Gefühlen
Richtige Gefühle und schädigendes Verhalten – was tun?
Johnny hat einen kleinen Bruder
Wenn Empfindungen und Gefühle falsch vernetzt sind
Elvira ist müde
Renate ist traurig
Ersatzgefühle machen uns zum Gefühlsausbeuter
Gerhard ist immer mutig
Die drei Grade der Gefühlsausbeutung
Gefühlsausbeuter dritten Grades
Was sagt uns all das?
Unser Charaktertyp und die Einstellung zu anderen
Was ist Charakter?
Der Charaktertyp des Erwachsenen – wie er entsteht
Charaktertyp1 „untersicher & einordnend“
Charaktertyp2 „übersicher & dominant“
Der grundsätzliche Einfluss des Charaktertyps
Charaktertyp und Gefühle
Charaktertyp und Führung
Charaktertyp und Rollentyp
Julius und Friedrich – zwei, die es sich gegenseitig schwer machen
Mit dem eigenen Charaktertyp leben
Die Dynamik der Krise – und Ausstiegsoptionen
Geschichten, die Shakespeare und das Leben schrieben
Hamlet
Die Dynamik des Hamlet
Harold
Anmerkungen zu Harold
Othello
Die Dynamik des Othello
George
Anmerkungen zu George
Ursula
Anmerkungen zu Ursula
Hamlet und Othello – ein Vergleich
Handlungsempfehlungen
Moderne Hamlets
Strategien für Hamlet in der Therapie
Strategien für den Manager Hamlet im Coaching
Moderne Othellos
Strategien für Othello in der Therapie
Strategien für den Manager Othello im Coaching
Handlungsempfehlungen für Eltern
Empfehlungen für Eltern von Kindern zwischen zwei und sechs Jahren
Empfehlungen für den Umgang mit Jugendlichen
Ganz zum Schluss
Anhang
Was ist Transaktionsanalyse?
Ich-Zustände
Transaktionen und Zuwendung
Das Drama-Dreieck
Überlebensschlussfolgerungen
Der Contract
Lebensscript
„Heiße Kartoffel“ und „Episcript“
Literatur

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